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Es ist eine Hymne, die Bilder im Kopf produziert: jubelnde Menschen in vollen Stadien, verschwitzt schunkelnde Bierzeltgäste, eben pure Lebensfreude. Man sieht: Unbewegliche Autos auf einer Industriebrache. Im Hintergrund rauscht stumm ein Zug vorbei.

Beschreibung

Und von dort in die Bonner Südstadt: hohe Bäume, prächtige Altbauten. Addi hat nur wenig geschlafen. Vor halb zwölf nachts kommt er selten nach Hause. Freitags, wenn die Leute in Trauben auf dem Bürgersteig stehen und trinken, wird es noch etwas später.

Ein original mit bewegter geschichte

Aber die kurze Nacht gehört zu seinem Beruf wie das tägliche Zwiebelschneiden, bei dem ihm längst keine Tränen mehr kommen. Mehr brauche er nicht, sagt der Mann im Harley-Davidson-T-Shirt. Dreieinhalb Jahrzehnte lang vier Stunden Schlaf. Jetzt steht er in der fensterlosen Küche seines Imbisses und schneidet Fleisch. Sein Mitarbeiter Franek paniert Schnitzel, seine Partnerin Anna bereitet Salat-Schalen vor; dafür wäre im Ansturm mittags keine Zeit.

In einem Topf blubbern und dampfen zehn Kilo Sauerkraut. Sie sind der Wunsch eines Gastes — einmal noch, zum Abschied.

Er wird schon geschlossen sein, wenn dieser Artikel erscheint. Das ganze Viertel redet von Addis Abschied wie von einem historischen Einschnitt: für Handwerker und Anwälte, für Taxifahrer und Ministerialbeamte, für Bauarbeiter, Studenten oder Professoren. Der Chef: Seit 34 Jahren schneidet Addi Zwiebeln, brät Burger und hat für seine Gäste ein offenes Ohr. Nun hat er genug. Sie ist so etwas wie der kleinste gemeinsame Nenner, auf den sich alle einigen können.

Lokale dienste

Der letzte Flecken Konsensgesellschaft. Der Addi: ein untersetzter, bis zum Hals tätowierter Mann mit Kettchen, Brille und Hosenträgern in den Farben der amerikanischen Flagge. Er stammt aus Polen, sein Vater war Bergmann, arbeitete in den Siebzigerjahren in der Zeche Auguste Victoria im Ruhrgebiet. Die Familie zog als Aussiedler hinterher. Der Sohn kam zu Kölner Nonnen ins Internat, wurde Koch und Metzger. Tolle Zeiten, sagt Addi.

Eigentlich passt dieser Mann so gar nicht zu Bonn, das nach den Gehaltsgruppen des öffentlichen Dienstes und akademischen Titeln hierarchisiert ist. Vor allem nicht in die Südstadt. Ob ich hier akzeptiert werde. Auch in Bonn lebten bodenständige Leute wie die Fahrer des nahe gelegenen Auswärtigen Amtes oder Studenten. Und Addi ist ein offenherziger Typ, wie man ihn im Rheinland bis hin zum Ministerialrat schätzt, was aber auch sonst ein vorteilhafter Charakterzug ist. Dass sie den Kontakt zu einem Arbeiterkind wie ihm suchen, um sich zu vergewissern, nicht ganz abgehoben zu sein.

Er kam also nach Bonn, damals noch Hauptstadt, hängte zur Boulevardzeitung überregionale Tageszeitungen unter den Spielautomaten, um es den Akademikern etwas wohnlicher zu machen, und der Laden begann zu laufen.

Addi ist auch ein Marketingtalent. Elf Uhr, jetzt ist geöffnet.

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Der erste Kunde ist ein Dachdecker mit ernstem Gesicht. Aber die Pommes duften auch gut. Die Szene wiederholt sich nun unentwegt: Handwerker in Berufskleidung, Doktoranden in Kapuzenpullis, Senioren in Rentnerjäckchen kommen rein und freuen sich über den herzlichen Empfang. Manche winken einfach nur im Vorbeigehen.

Woran das liegt? Natürlich auch: am Essen. Oder Reibekuchen. Es riecht nicht nach ranzigem Fett, weil er das Frittierfett häufig austauscht. Allerdings geht es nicht nur um Geschmack und Geruch. Eine nivellierte Gesellschaft, in der sich die dollsten Gespräche ergeben. Solches Miteinander wird im Zustand kollektiver Trauer wahrscheinlich überromantisiert.

Ein Anwalt plaudert nicht zwangsläufig mit einem Handwerker, nur weil es so voll ist, dass die Bedienung das Weinglas nicht bis an den Tisch bringen kann.

Addi sagt ade!

Aber es geschieht. Und selbst wenn nicht miteinander gesprochen wird: Man begegnet sich hier auf Augenhöhe. Salzige Pommes, ordentlich Mayo, saftige Burger, dazu ein eiskaltes Bier. Seliges Strahlen. Addi sagt leise: Der eben ging, der ist Polizist. Der vor dem Fenster: Ex-Junkie. Zwei Frauen, die sich in einem Anflug von Kalorienbewusstsein eine Currywurst teilen und mit einer Männertruppe flirten, machen was mit Politik.

Ein Dürrer in Rennradmontur füllt gierig seine Fettkammern auf. Addi sagt, er habe schon damals in Köln mit vielen Einsamen zu tun gehabt. Die gebe es auch in einem wohlsituierten Viertel wie der Bonner Südstadt. Ihm gönnt das hier jeder — dem Addi, der auch mal die Blumen der Nachbarn versorgt.

Als Kind in Beuthen, Polen, lebte er mit seiner Familie zu viert in einem Zimmer. Sein erster Imbiss: eine Bretterbude am Puff. Und jetzt: Rente mit 56! Er hat das Haus, in dem sich der Imbiss befindet, vor Jahren gekauft, will nun darin einziehen, die Räume des Imbisses umbauen und als Wohnung vermieten. Und dann einen Gang zurückschalten — so der Plan.

Ein Haus ist drin, wenn man über drei Jahrzehnte früh aufsteht, lange arbeitet, gut rechnet und nicht am Tresen zu saufen anfängt. Das Essen: Neben der beliebten Currywurst gibt es bei Addi auch Spiegeleier, Bratwurst, Burger, Reibekuchen oder polnische Küche. Addis Bestseller ist die Currywurst mit Pommes, billig im Einkauf und allseits beliebt. In Deutschland wächst die Zahl der umsatzsteuerpflichtigen Imbiss-Stuben: gab es 24heute 34 Aber als Imbiss-Stuben führt diese Statistik auch Dönerläden, Pizza-Ecken, vegane Bistros und Food Trucks.

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Man entnimmt ihr nicht, dass im vergangenen Jahrzehnt viele klassische deutsche Imbisse verschwunden sind. Viele von ihnen finden keinen Nachfolger, sagt der Branchenkenner Finke.

Aber selbst an der Salattheke im Supermarkt kann ich sehen, wie sich die Essgewohnheiten ändern. Ich verdanke mein gutes Geschäft einer Generation, die mit mir altert. Die oder Jährigen erreiche ich nicht mehr wie früher. Veggie-Burger und Salate hat er natürlich.

Dann lieber aufhören, wenn es am schönsten ist. Sagten die beiden Söhne, von denen keiner ins Imbiss-Geschäft einsteigen wollte. Sagte seine Partnerin Anna. Aber noch nicht heute. Es ist Abend geworden, einer der letzten warmen Septembertage in diesem Jahr.

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Die Leute sitzen dicht an dicht. Ihr Plaudern ist ein einziges Sausen und Dröhnen. Addi arbeitet, bis es irgendwann ruhig wird. Arbeitet weiter, bis der Laden wieder sauber ist. Ein letzter Besuch. Text: Matthias Hannemann Fotografie: Thekla Ehling.

Ein Original mit bewegter Geschichte Der Addi: ein untersetzter, bis zum Hals tätowierter Mann mit Kettchen, Brille und Hosenträgern in den Farben der amerikanischen Flagge. Ein bisschen Dorf in der Stadt Elf Uhr, jetzt ist geöffnet. Immer gut drauf: Addi mit Lebensgefährtin Anna, Mitarbeiterin Sylwia Mitte und Gästen.

Eine sichere Sache: die Currywurst Addis Bestseller ist die Currywurst mit Pommes, billig im Einkauf und allseits beliebt.

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