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Aber Tinder für Sex-Dates nutzen? Die Mädels aus der virtuellen Welt zu Dir nach Hause ins Bett bekommen? Für die meisten Männer ist sowas nur ein feuchter Traum aus Hollywood! Denn sie haben einfach keinen Plan, was sie beim Online-Dating schreiben sollen, um sowas wie One-Night-Stand, Affäre oder Freundschaft plus einzutüten.

Beschreibung

Sie tickt. Tickt und tickt. Und immer lauter.

Lauter und lauter. Sie raubt ihr den Schlaf: die biologische Uhr meiner guten Freundin, nennen wir sie Jennifer.

Sex über tinder – woran wir männer scheitern…

Langsam muss sich Jennifer beeilen, wenn das mit dem Traumpartner und dem Nachwuchs noch etwas werden soll. Aber wo nur die Liebe finden? Angesichts der vorgerückten Lebenszeit ist Jennifer nicht mehr wählerisch. Das heisst: beim Partner natürlich schon. Aber nicht bei den Mitteln, diesen zu finden. Also kommt auch Tinder infrage. Tinder, diese ominöse mobile Dating-App?

Tinder - liebe oder nur sex?

Für eine seriöse Beziehung? Kann das gut gehen? Von dort eroberte Tinder innerhalb eines Jahres die Dating-Welt, auch in der Schweiz. Offizielle Nutzungszahlen sind rar. Tinder sagt einzig, dass die App täglich 26 Millionen Menschen verbindet. Es gibt sie in 43 Sprachen.

Hauptzielgruppe sind junge Erwachsene bis Anfang Wenige sind älter als Auf sechs Männer kommen vier Frauen. Im Nu ist ein Konto erstellt: Die App greift auf Bilder und Informationen aus dem Facebook-Profil zu, noch ein paar zusätzliche Angaben zu bevorzugtem Geschlecht und Alter, und schon kann der Flirt beginnen. Irgendwelche Datenschutz-Bedenken aufgrund der automatischen Datenübernahme? Das scheint die User nicht zu kümmern: Hauptsache schnell und unkompliziert. Seit Kurzem kann auch ohne Facebook-Konto ein Tinder-Konto eröffnet werden.

Tinder weist in den Datenschutzrichtlinien allerdings darauf hin, dass die App einen Datenaustausch mit «Partnern» pflegt.

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Ein namentlich genannter Partner neben Facebook ist Amazon. Auf dessen Web-Infrastruktur läuft Tinder.

Müssen irgendwelche Fragebögen beantwortet werden, mit denen nach einem sagenumwobenen Algorithmus eine Partnerübereinstimmung erstellt wird? Nicht bei Tinder. Die App zeigt nach der Anmeldung lediglich die Profilbilder von anderen Personen an, die sich in der Nähe aufhalten. Geografische Handy-Ortung sei Dank. Wischt Jennifer nun das erhaltene Profilbild auf dem Handy-Screen nach links weg, war es das: Keine Sympathie, kein Date, kein Sex, keine Liebe.

Mit einem Wisch nach rechts alisiert Jennifer dagegen ein «Like»: Sie möchte in Kontakt treten. Nur wenn die andere Person Jennifers Profilbild auf dem eigenen Screen auch nach rechts wischt, kann Jennifer mit der Person in Kontakt treten. Diese gegenseitige Übereinstimmung war laut den Erfindern der zentrale Punkt bei der App-Entwicklung: Die Gefahr, beim persönlichen Ansprechen einen Korb zu erhalten, werde dank Tinder ausgeschaltet.

Lieber weggewischt als blamiert werden. Auch Jennifer hat nun mit der Wischerei nach links und rechts begonnen. Manchmal zeigt sie mir die Fotos auf dem Handy — sie erinnern an Panini-Bildli. Zugegeben: Die App hat Spassfaktor. Das Wischen hat etwas von einem Gesellschaftsspiel oder von einem Rubbellos: Gewinn oder Niete? Viele nennen das den Ausbund an Oberflächlichkeit. Ein Wecken niederer Instinkte. Aber: Es ist kaum etwas anderes, wenn man sich die Gäste in einem Lokal anschaut und die attraktivste Frau oder den attraktivsten Mann für sich ausfindig macht.

Tinder: wollen nutzer wirklich nur sex? aktuelle studie klärt auf

Mit dieser «Gamification» wird die Partnersuche spielerisch, sie verliert eine mögliche Verbissenheit. Aber sie wird damit nicht zum leichten Spiel. Wird meine Freundin auf diese Weise tatsächlich einen seriösen Partner finden? Tinder ist öffentlich verschrien als Plattform für die schnelle Nummer: Schnell und einfach installiert, schnell und einfach kontaktiert, schnell und einfach koitiert.

So wird schnell und einfach konkludiert. Doch stimmt das auch? Aufgrund des kometenhaften Aufstiegs von Tinder zum weltweiten Dating-Phänomen mit einer einzigartigen Publizität sind erste sozialwissenschaftliche Studien entstanden.

7 tipps: sex-date auf tinder klarmachen!

Die Ergebnisse zeichnen ein differenzierteres Bild, weshalb Tinder genutzt wird. Eine niederländische StudieLink öffnet in einem neuen Fenster fand bei jungen Erwachsenen sechs Motive für den Gebrauch von Tinder: Liebe, Sex, einfache Art der Kontaktaufnahme, Selbstbestätigung, Nervenkitzel, Trend. Sind die Sexkontakte das stärkste Motiv? Nein: Der Wunsch, einen Partner zu finden, ist genauso gross — und das bei Frauen wie bei Männern. Unsere Studien zeigen, dass es mit Tinder unter jungen Erwachsenen immer normaler wird, einen seriösen Partner über mobiles Dating zu suchen», sagt Studienleiterin Sindy Sumter von der Universität Amsterdam.

Kann das gut gehen?

Die niederländischen Studienergebnisse stehen nicht alleine. Es braucht immer ein wenig Glück, dass zwei Menschen zusammenfinden: Radio SRF 2 Kultur spürt einen Tag lang Geschichten nach, wie Menschen sich begegnet sind. Eine britische StudieLink öffnet in einem neuen Fenster kommt zum gleichen Schluss. Bemerkenswert ist auch, dass zwei von drei Personen angeben, neben Tinder auch Kontaktanzeigeseiten oder Partnervermittlungsportale zu nutzen. Ginge es ihnen nur um Sex, wäre dies kaum der Fall. Im Gegensatz zum Liebesmotiv gibt es beim Sexmotiv jedoch grosse Unterschiede bei den Geschlechtern.

Die Hoffnung auf eine heisse Affäre ist bei jungen Männern deutlich ausgeprägter als bei jungen Frauen.

Daten nach matching - chancen und risiken

Die draufgängerischen Männer schätzen die einfache Art der Kontaktaufnahme via Tinder. Ausdruck davon ist gemäss britischer Studie, dass Männer praktisch alle Frauen-Profile positiv beantworten: Hat Mann mal eine Übereinstimmung einen «Match» mit einer Frau erreicht, lässt sich dann immer noch entscheiden, ob es zu einem Treffen kommt oder nicht.

Zum Verdruss mancher Frauen. Männliche Studienteilnehmer erklären ihr Verhalten damit, dass sie kaum einen Match erzielten, wären sie von Anbeginn wählerisch. Frauen hingegen verhalten sich auf Tinder genau gegenteilig: Fast alle geben an, nur jene Profile zu liken, die sie auch wirklich attraktiv finden.

Warum tinder?

Dieses Verhalten führt zu einer deutlich geringeren Anzahl an positiven Antworten. Was zum Verdruss der meisten Männer führt, die sich in ihrem wahllosen Verhalten unbewusst bestätigt sehen. An diesem Punkt kommt das Motiv der Selbstbestätigung ins Spiel: Im Netz beklagen Tinder-User, dass sie im wahrsten Sinne des Wortes links liegen gelassen werden. So kann sich der Wunsch nach Selbstbestätigung in Selbstentwertung verkehren. Tinder ist also nur für attraktive Personen attraktiv, wenn es um Selbstbestätigung geht. Es untermauert damit das hinlänglich bekannte sozialpsychologische Phänomen, dass es attraktive Menschen im sozialen Leben oft leichter haben.

Als ich Tinder das nächste Mal sehe, schwebt sie auf Wolke sieben: Sie hat ihren Traumprinzen auf Tinder gefunden. Er und sie haben in kurzer Zeit via Chat viele Gemeinsamkeiten ausgemacht. Sie teilen soziale Ideale und die Leidenschaft fürs Tauchen. Kurz: Er muss es sein! Allein, der «Reality Check», ein erstes Treffen, steht noch an. Nur Erfolg als Tischgespräch und Medienthema ist viel grösser als der finanzielle. Wie manch anderer amerikanischer Internet-Stern verfolgte auch Tinder zunächst einmal die globale Herrschaft. Die Tinder-Betreiberin «Match Group» versucht nun mit kostenpflichtigen Zusatzdiensten, den Hype in bare Sex zu verwandeln.

Partnersuche: tipps fürs online-dating: will er nur sex?

Wer etwa plötzlich einen Wisch nach links, also das Ablehnen eines Profils, abends allein im Bett bereut, kann dank Bezahlung diesen Fauxpas wieder rückgängig machen. Eine finanzielle Bedrohung ist Tinder in der Online-Dating-Industrie noch nicht. Das grosse Geld machen Webseiten, die eine seriöse Partnervermittlung versprechen.

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